„Ein Kiosk für Tuzla“

„Ein Kiosk für Tuzla“
Modellhafte Entwicklung von Arbeits- und Beschäftigungsangeboten für Menschen mit geistiger Behinderung im Dienstleistungsbereich in Zentralbosnien

Die Errichtung eines Kiosks in Tuzla dient nicht nur der Schaffung von Arbeits- und Beschäftigungsmöglichkeiten für Menschen mit geistiger Behinderung, er soll vor allem dazu beitragen, die Basisstruktur in Tuzla und Umgebung im Bereich der Behindertenarbeit zu verbessern.

Ziele

Die Ziele des Projekts „Ein Kiosk für Tuzla“ in der Übersicht:

  • Bildung eines Arbeitskreises aus Vertretern anderer Organisationen in Tuzla, die sich für Menschen mit geistiger Behinderung engagieren, aus Vertretern der Sozialbehörden sowohl der Stadt Tuzla als auch des Kantons Tuzla, den Verantwortlichen von „korak po korak“ und dem Betreuungspersonal
  • Zusammenarbeit mit „Zivotna pomoc“ (Lebenshilfe Bosnien), der nationalen bosnischen Elternorganisation sowie mit Organisationen und Initiativen aus anderen Orten in Mittel- und Nordbosnien
  • Schulung der behinderten Menschen, die im Kiosk arbeiten werden. Darüber hinaus sollen Menschen mit geistiger Behinderung aus andern Orten die Möglichkeit haben, ein Praktikum in diesem Kiosk zu absolvieren
  • Abbau von Vorurteilen gegenüber Menschen mit geistiger Behinderung durch alltäglichen persönlichen Kontakt
  • Qualifizierung des Fachpersonals nicht nur für die Tätigkeit in diesem Arbeits- und Beschäftigungsprojekt, sondern auch für die Verbreitung der Grundidee, durch konkrete Projekte die strukturellen Grundlagen für die Behindertenarbeit zu schaffen
  • Austausch der Erfahrungen mit dem Verein „Sunce“ in Mostar, der zeitgleich einen Kiosk mit gleicher Zielsetzung einrichten soll, um die Idee der Strukturverbesserung in dem südlichen Teil von Bosnien zu verbreiten
  • Durch ein Netz von solchen Kiosken in ganz Bosnien könnte eine identitätsbildende Struktur für die Arbeit mit Menschen mit geistiger Behinderung in ganz Bosnien geschaffen werden, die nicht nur einen hohen Erkennungswert hat, sondern auch beim Abbau von Vorurteilen gegenüber Menschen mit geistiger Behinderung in Bosnien nachhaltig helfen kann
  • Dieses Netz von Arbeits- und Beschäftigungsangeboten für Menschen mit geistiger Behinderung in Bosnien könnte die Grundlage bilden für eine Vernetzung der Organisationen und Initiativen und auch der Kommunen, in denen Kioske mit behinderten Menschen arbeiten
  • Ein erster Schritt zu dieser Vernetzung ist die vorgesehene Bildung eines landesweiten Arbeitskreises im Rahmen von „Zivotna pomoc“, der die „Kiosk-Strategie“ begleiten und verbreiten soll.

Zielgruppe

Zielgruppe sind erwachsene Menschen mit geistiger Behinderung, konkret sollen zehn bis zwölf Personen ein Qualifizierungs- und Beschäftigungsangebot erhalten. Den beschäftigten behinderten Menschen soll die Möglichkeit eröffnet werden, sowohl zu einer Tagesstrukturierung zu kommen als auch ggfs. ein gewisses Einkommen zu erzielen. Der Verein „korak po korak“ (Schritt für Schritt) wird das Kiosk-Projekt in Tuzla abgestimmt auf die dortigen Strukturen und Gegebenheiten durchführen. Er wird sich um die Aufstellungsrechte und die Betriebserlaubnis kümmern, die Einrichtung für den Kiosk übernehmen und die beiden hauptamtlichen Mitarbeiterinnen einstellen.

Die Zielgruppe zeichnet sich dadurch aus, dass sie aufgrund ihrer individuellen Beeinträchtigungen, fehlender Beschäftigungskonzepte und fehlender Unterstützungsangebote bisher keine Möglichkeiten der beruflichen Qualifizierung bzw. der Beschäftigung hatten. Daraus ergibt sich nicht nur eine Armutssituation, sondern auch ein Mangel an sinnvollen Tagesstrukturen und die Gefahr der weitgehenden sozialen Isolation. Vergleichbare Qualifizierungs- und Beschäftigungsangebote für erwachsene Menschen mit geistiger Behinderung sind in der Stadt und im Kanton Tuzla nicht vorhanden.

Kooperationspartner

Der Kooperationspartner „korak po korak“ unterhält eine Anlauf-, Informations- und Beratungsstelle für Eltern von geistig behinderten Kindern und bietet Angebote der Freizeit- und Erwachsenenbildung für Erwachsene mit geistiger Behinderung. Die Kooperation besteht bereits seit dem Jahr 2000. Zwischen 2001 und 2003 wurde mit Unterstützung durch Aktion Mensch das Projekt „Aufbau von Frühförder- und Frühberatungsstrukturen für geistig und mehrfach behinderte Kinder in Tuzla, Bosnien-Herzegowina“ realisiert. Der bosnische Partnerverein ist aktives Mitglied in der nationalen Elternorganisation ‚Zivotna pomoc‚ und ist durch seine Aktivitäten gut mit anderen sozialen Organisationen in Tuzla vernetzt.

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